Porsche 98% Gewinneinbruch – Stellenabbau und Werkschließungen bei VW hält an – Chip-Aktien vor Halbjahreszahlen volatil – Banken starten Berichtssaison in der nächsten Woche
Liebe Leser,
Volkswagen bleibt in den Schlagzeilen. Der riesige Konzern baut weitere Stellen in Deutschland ab. Bei Volkswagen denkt man vielleicht zunächst nur an diese Stamm-Marke. Aber es betrifft natürlich auch Audi und im weiteren Sinne auch Porsche. Mercedes baut auch ab und für die Stuttgart kommt es jetzt hart, weil bei Porsche der Gewinn um 98% eingebrochen ist. Die Kommunen hängen in den Seilen und selbst bei der Kanzler-Rede am Donnerstag kamen nur Lobeshymnen um die hohe Anzahl von Neugründungen (Start-ups). Bei den Gewerkschaften herrscht dagegen Hoch-Konjunktur. Die Arbeitnehmer sollen auf die Straßen. Doch in meinen Augen wäre es klüger gewesen, wenn man zuvor die teilweise ideologischen Entscheidungen der Auto-Konzerne in Frage gestellt hätte.
In der kommenden Woche startet die Berichtssaison langsam aber sicher – wie gewohnt – mit den Großbanken und Chipherstellern bzw. Chip-Maschinen-Bauer. Hier ein kleiner Auszug von den Ergebnissen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden: Citi Group, Wells Fargo, JP Morgan, Morgan Stanley, ASML, Netflix, Snap, Taiwan Semiconductor (TSMC).
An der Wallstreet – also dem größten Finanzmarkt / Börse der Welt – rollen momentan die Billionen über den Tisch. Auch SK Hynix (südkoreanischer Chip-Hersteller) hat mit der Platzierung neuer ADRs in New York 75 Milliarden US Dollar eingesammelt bzw. ist in der Zeichnungsphase überzeichnet. Zuvor kam SpaceX von Elon Musk, die einen historischen Rekordbörsengang mit über 1 Billion USD durchgebracht hat und bereits nach einer Woche im Nasdaq aufgenommen wurde. Doch die Aktie notiert jetzt unter der Erst-notiz. Auf Euro-Basis wurde die 1 Billion (Euro) unterschritten. Ich habe mir noch einmal Softbank angeschaut, die als Groß-Investor bei ChatGPT (Open AI) mit zig-Milliarden investiert sind. Die Aktie hat sich in den letzten Wochen fast halbiert, weil die Liquidität für Billionen-schwere IPOs langsam bröckelt. Auch Anthropic steht in den Startlöchern. Ich habe häufig über die potenzielle Schlagseite durch die Billionen-IPOs berichtet und befürchtet. Zusätzlich rückt China in vielen Sektoren immer näher an die Weltspitze. C-XMT aus China ist heute schon der viertgrößte Hersteller von Speicherchips und will in Shanghai am 15.Juli an die Börse gehen. Es werden 3,4 Milliarden US Dollar frisches Kapital eingeplant. Man beobachtet also eine regelrechte IPO-Flut in den angesagten Sektoren, die heute schon einen sehr hohen Bewertungsmaßstab haben. Klar: in der Hoch-Konjunktur nutzt man auch die Chance für die Expansion.
Nicht zuletzt lohnt sich immer ein Blick auf den Ölpreis. Kürzlich habe mich auch zum Thema „Iran-Krieg“ geäußert. Natürlich hört dieser Krieg nicht auf. Denn ansonsten ist der Petrodollar in Gefahr. Das ist der letzte Strohhalm, den die USA momentan haben, weil die Staatsanleihen zur Neuverschuldung und Zinsbelastung immer größere Investitionssummen benötigen. Daneben investieren die Zentralbanken rund um den Globus immer mehr in physisches Gold und könnten auf kurz oder lang die Stellung als Weltleitwährung des US Dollars in Frage stellen. Es ist eine ganz spannende System-Phase, in der wir uns momentan befinden! Übrigens: in ca. 10 Tagen könnte der globale Öl-Kollaps aufgrund der ausgehenden Reserven eskalieren. Ich werde bei einer medialen Ruhe immer sehr aufmerksam. In den USA sind die Reserven auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gefallen. Man berichtet über eine Wahl, über die Fußball-WM und sonst eher nebensächliche Themen. Doch der wichtigste Energie-Rohstoff (Öl) fällt in den Schlagzeilen auf die letzten Seiten in einer Tageszeitung – bis es dann zu spät ist.
Wie geht’s an den Börsen weiter?
Die Sommerferien rücken näher und man spürt es bereits an den Neuigkeiten. Wobei Neuigkeiten wie beim Iran-Krieg eher langweilig wirken (selbst wenn natürlich der Krieg fürchterlich ist). Auch im Ukraine – Russland Krieg ist keine Ruhe in Sicht. Doch die Börse ist abgestumpft. Für mich stellt sich lediglich die Frage: Wann geht es bei den Bürgern an die Substanz? Daneben wird in Deutschland bei einer realen Rezession über neue Steuern gesprochen. Jetzt kommt auch die Mehrwertsteuer mit einem Anstieg auf 22% ins Gespräch. Liebe Leser, der Tag kommt, an welchem die Menschen diesen Raubzug der Regierung einfach nicht mehr stemmen können und sich dann das Blatt wendet. Für das zweite Halbjahr blicke ich alles andere als positiv in die Zukunft.
Ich wünsche ein erholsames Wochenende!
Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur
